Unser Symposium 2018 war ein voller Erfolg!

Teilnehmer unsers Symposiums 2018 (c) Florian Freundt/ German Chapter of the ACM

Die so genannte Digitale Transformation ist allgegenwärtig und unumkehrbar. Sie betrifft alle Bevölkerungsschichten und Lebensbereiche. Der zentrale Begriff “Algorithmus” wird dabei in letzter Zeit oftmals reduziert auf eine negative konnotierte Interaktion zwischen Mensch und Maschine. Eigentlich ist ein Algorithmus aber etwas neutrales, eine Berechnungsvorschrift wie sie Menschen seit vielen Jahrhunderten anwenden.

Zur Förderung des Dialogs zwischen den Algorithmen-Schaffenden – oftmals Informatikern – und Anwendern schuf das German Chapter of the ACM anlässlich seines 50-jährigen Bestehens unter Federführung von Marc-Oliver Pahl und Gerhard Schimpf das Forum Mensch-Sein mit Algorithmen (https://menschsein-mit-algorithmen.org/). Neben Fachartikeln kommen dort vor allem Menschen mit ihrer persönlichen Sicht auf die Digitale Transformation zur Sprache.

Kulminationspunkt der Aktivitäten war das gleichnamige Symposium in Heidelberg am 20. und 21.9.2018 an dem unter vielen Anderen die Turing Award Gewinner Vint Cerf, Martin Hellman, Whitfield Diffie, und Bob Tarjan teilnahmen.

Den Auftakt machte am Donnerstag in der Alten Aula der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg Turing Award Gewinner Vint Cerf. Der Mitbegründer des heutigen Internet stellte ausgehend von der Bedeutung des Internet für unsere Gesellschaft die Notwendigkeit heraus, noch stärker an Sicherheit, Stabilität, Offenheit und Nachvollziehbarkeit zu arbeiten. Er appellierte dabei an die Politik, notwendige Anreize zu schaffen.

Der Symposiumsfreitag im Studio der Villa Bosch der Klaus Tschira Stiftung begann mit einem Vortrag von Martin Arend (BMW) über die Möglichkeiten und Veränderungen, die autonomes Fahren und personalisierte Assistenten mit sich bringen. Ihm nachfolgend sprach Katharine Jarmul (KI Project) über die Unterschiede zwischen KI und menschlicher Intelligenz. Sie hob hierbei vor allem die Persönlichkeit hervor, die Maschinen nicht haben. Als Dritter sprach Martin Hellmann (Stanford). Der Turing Award Gewinner erläuterte die Notwendigkeit zu ethischem Handeln in allen Lebensbereichen. Ausgehend von einem frei verfügbaren, kürzlich mit seiner Frau Dorothie veröffentlichten Buch beschrieb er, wie sich ethisches Handeln durch tägliche Praxis auch im Kleinen lernen und verinnerlichen lässt.

Als nächster beleuchtete Peter Weibel, Direktor des ZKM Karlsruhe, die künstlerische Perspektive. Er stellte heraus, wie Computeralgorithmen vor allem neue Ausdrucksmöglichkeiten in der Medienkunst schaffen und das Medium verändern. Sein Mitarbeiter Bernd Lintermann beleuchtete die ZKM Satellitenausstellung OpenCodes, von der drei wunderbare Exponate in der Villa Bosch zu sehen waren.

Den Nachmittag eröffnete Michael Strube (HITS), der vor allem über die Risiken von Natural Language Processing sprach. Er zeichnete die Gratwanderung nach, auf der sich Forschung in diesem Bereich befindet, da viele Entwicklungen sich auch missbrauchen lassen – beispielsweise zur gezielten Meinungssteuerung. Anschließend besprach Alexander Filipović, Medienethiker der Hochschule für Philosophie München, die möglichen Rollen von Philosophie und Ethik im Dialog zur Digitalen Transformation insbesondere durch Aufzeigen von Handlungsräumen zur Förderung informierter Entscheidungen. Den Abschluss machte Franziska Böhm (KIT), die die rechtliche Perspektive erläuterte. Sie ging vor allem darauf ein, dass Regeln notwendig sind und Algorithmen für juristische Prozesse nicht der Allheilsbringer sind.

Anschließend diskutierten Vint Cerf, Martin Hellmann, Whitfield Diffie, Katharine Jarmul und Jonas Bedford-Strohm (BR) moderiert von Thomas Matzner über die Auswirkungen der digitalen Transformation. Ein wichtiges Ergebnis des Panels ist in Bezug auf die Arbeitswelt, dass ihre Arbeit den Menschen Würde gibt. Gerade unter zunehmender Digitalisierung der Arbeitswelt, und damit einem potenziellen Wegfall von Tätigkeiten, benötigen Menschen auch in Zukunft würdige Jobs, um glücklich sein zu können. Neben weiteren spannenden Diskussionen zwischen den Teilnehmern wurde das Publikum Zeuge eines “Diffie-Hellman Seat Exchange” in Anlehnung an den Diffie-Hellmann Key Exchange, der bei verschlüsselten Webseitenaufrufen jeden Tag vielfach zur Anwendung kommt.

Die vielen spannenden Diskussionen vom Symposium werden auf der Website https://menschsein-mit-algorithmen.org/ auch in Zukunft fortgesetzt. Neben weiteren Interviews unter Anderem mit weiteren Turing Award Gewinnern ist das Erscheinen von spannenden Vortragsmitschnitten für die nächsten Monate dort geplant.

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Dr. Marc-Oliver Pahl is a researcher and teacher at Technical University of Munich. In his spare time he is also a photographer, designer, musician, and enthusiastic sportsman. Marc-Oliver leads the IoT Smart Space team at the Chair of Network Architectures and Services at Technical University of Munich. His research interests are in autonomous management of distributed heterogeneous devices including support functionality for managing IoT smart spaces, semantic abstractions, name-based management via P2P systems, edge-based IoT management, data analytics support, e.g. via machine learning or blockchain, use case implementations and testbeds. As second research topic he is doing teaching research focusing on developing new teaching methodologies, eLearning, and learning analytics. For his teaching related activities he received the prestigious Ernst Otto Fischer Award in 2013. Marc-Oliver is a professional member of ACM, IEEE, German Society for Informatics (GI), Deutscher Hochschullehrerverband (DHV), German Chapter of the ACM, and Faculty Sponsor of the ACM Student Chapter in Munich.


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